„Mein Pferd hat Eisen – macht es die Matten kaputt?“ Diese Frage hören wir bei Ridcon täglich. Die kurze Antwort: Nein, hochwertiges Material hält das aus – aber die Wahl der richtigen Matte ist entscheidend. Hufeisen, besonders wenn sie mit Stollen, Stiften oder Vidia-Spikes bestückt sind, wirken wie kleine Meißel auf den Bodenbelag. Hinzu kommt das Thema „Scharren“, bei dem enorme Scherkräfte entstehen. Hier erfahren Sie, welche Systeme für beschlagene Pferde ein „Go“ sind und wo Sie vorsichtig sein sollten.
Die robusten Sieger: Vollgummi und Tough Mats
Wenn Metall auf Gummi trifft, ist die Dichte des Materials entscheidend. Je weicher eine Matte ist, desto eher können Eisen das Material „einschneiden“ oder Teile herausreißen.
- Vollgummi-Puzzlematten: Diese Matten bestehen aus hochverdichtetem Vollgummi. Sie sind extrem widerstandsfähig gegen den Abrieb von Eisen. Selbst wenn ein Pferd sich dreht oder energisch antritt, bleibt die Oberfläche stabil.
- Tough Mats: Wie der Name schon sagt, sind diese Matten für härteste Beanspruchung gemacht. Dank ihrer extremen Materialdichte sind sie die erste Wahl für beschlagene Pferde, auch im Offenstall oder auf Stallgassen.
Die sensitive Ausnahme: EVA-Matten
EVA (Ethylen-Vinylacetat) ist ein High-Tech-Material, das für seine unschlagbare Wärmeisolierung und Weichheit geliebt wird.
- Haltbarkeit mit Eisen: Grundsätzlich sind EVA-Matten für Pferde mit herkömmlichem Beschlag geeignet.
- Das „Aber“: Wenn Ihr Pferd Stollen oder scharfe Spikes trägt, reduziert dies die Lebensdauer von EVA-Matten deutlich. Die scharfen Kanten können die geschlossene Oberfläche punktuell verletzen.
- Ridcon Experten-Tipp: Nutzen Sie EVA-Matten für beschlagene Pferde vor allem im Liegebereich, wo wenig Bewegung (Drehungen) stattfindet.

Problemfall Scharren: Wenn Pferde „graben“
Ein scharrendes Pferd kann enorme Kräfte entwickeln. Bei losen Matten besteht die Gefahr, dass das Pferd mit dem Eisen unter die Kante hakt und die Matte anhebt oder die Verbindung löst.
- Die Lösung bei Scharrern: Flüssiggummi. Da der Flüssiggummi direkt auf den Beton gegossen wird und eine feste, fugenlose Verbindung mit dem Untergrund eingeht, gibt es keine Angriffsfläche. Das Pferd kann scharren, ohne eine Matte anheben oder verschieben zu können. Zudem ist die Schicht (bis 22 mm) so zäh, dass der Abrieb minimal bleibt.
- Alternative: Stabile Puzzleverbindungen. Unsere Vollgummi-Puzzlematten und die Nova Grip Matte haben so feste Verbindungen, dass ein „Heraushebeln“ einzelner Matten fast unmöglich ist, sofern sie fachgerecht (mit Wandabstand) verlegt wurden.
Zusammenfassung: Welche Matte für welchen Beschlag?
| Beschlag-Art | Empfohlene Matte | Eher ungeeignet |
|---|---|---|
| Normaler Beschlag | Vollgummi, Tough Mats, Nova Grip | --- |
| Eisen mit Stollen/Spikes | Tough Mats, Vollgummi | Weiche EVA-Matten |
| Extreme Scharrer | Flüssiggummi (fugenlos) | Lose verlegte Matten ohne Verbund |
| Senioren mit Eisen | BubbleBed (Pferdebett) | Sehr dünne Matten |
Ridcon Experten-Tipp: Langlebigkeit maximieren
Egal welche Matte Sie wählen: Eine minimale Einstreuschicht wirkt wie ein Gleitmittel zwischen Eisen und Matte. Der Sand oder die Späne nehmen die erste Rotationsenergie auf und reduzieren so den direkten Abrieb auf dem Gummi.
Haben Sie einen „Problem-Scharrer“ oder Spezialbeschläge?
Wir kennen fast jede Huf-Konstellation und finden das passende Material, das auch Ihrem Pferd standhält. Sprechen Sie uns an!
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