Wasserdurchlässig oder wasserundurchlässig? Die richtige Matte für Ihre Pferdebox
Beim Kauf von Stallmatten stehen Pferdebesitzer oft vor einem Rätsel: Sollte die Matte Flüssigkeiten durchlassen oder sie strikt an der Oberfläche halten? Die Antwort hängt nicht nur von Ihrem persönlichen Geschmack ab, sondern vor allem von der Beschaffenheit Ihres Stallbodens und Ihrem Mistsystem.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Variante für Ihre Box die beste ist.
1. Wasserundurchlässige Matten (z. B. EVA-Matten, Vollgummimatten)
Diese Matten sind absolut dicht. Flüssigkeiten wie Urin können nicht in das Material eindringen.
Funktionsweise:
Das Material (wie bei unseren EVA-Boxenmatten oder Vollgummi-Puzzlematten) wirkt wie eine Barriere. Alles, was oben ankommt, bleibt auch oben – es sei denn, es läuft durch die Fugen.
Vorteile:
- Hygiene: Bakterien und Ammoniak können nicht in die Matte einziehen. Die Matten lassen sich oberflächlich perfekt desinfizieren.
- Leichte Reinigung: Da keine Flüssigkeit im Material „verschwindet“, riecht die Matte selbst niemals nach Urin.
- Isolierung: Oft bieten diese Matten eine hervorragende Wärmedämmung gegen Bodenkälte.
Nachteile/Voraussetzungen:
- Einstreupflicht: Da der Urin nicht versickern kann, müssen Sie zwingend eine dünne Schicht Einstreu (Späne, Strohpellets) verwenden, um die Flüssigkeit zu binden. Andernfalls stünde das Pferd in einer Pfütze.
- Fugenthematik: Das Material ist dicht, das System (die Fugen) ist es oft nicht zu 100 %. Daher ist eine jährliche Grundreinigung unter den Matten ratsam.

2. Wasserdurchlässige Matten (z. B. Komfortmatten, Gummigranulat)
Diese Matten sind offenporig. Man kann sie sich wie einen sehr festen Schwamm vorstellen, durch den Wasser hindurchfließen kann.
Funktionsweise:
Flüssigkeiten sickern durch die Struktur der Matte nach unten. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Untergrund unter der Matte ebenfalls „mitspielt“.
Vorteile:
- Trockene Oberfläche: Urin verschwindet schnell von der Trittfläche. Das Pferd steht trockener, was besonders bei Strahlfäule-Problemen ein Vorteil sein kann.
- Grip: Die offenporige Struktur bietet meist eine extrem hohe Rutschfestigkeit.
Nachteile/Voraussetzungen:
- Der Untergrund muss passen: Wenn Sie wasserdurchlässige Matten auf einen versiegelten Betonboden ohne Gefälle legen, sammelt sich der Urin unter den Matten und beginnt zu gären. Ergebnis: Starker Ammoniakgeruch.
- Reinigung: Diese Matten müssen regelmäßig mit viel Wasser gespült werden, um feine Sedimente und Urinreste aus den Poren zu waschen.

3. Entscheidungshilfe: Was passt zu Ihrer Box?

Ridcon Stallmatten-Berater
Gibt es eine Ablaufmöglichkeit für Urin?
4. Ein Wort zum Thema Hygiene
Egal für welches System Sie sich entscheiden: „Wartungsfrei“ ist keine Matte.
- Bei wasserundurchlässigen Systemen sollten Sie die Matten 1x im Jahr hochnehmen, um den Boden darunter zu reinigen.
- Bei wasserdurchlässigen Systemen sollten Sie im Sommer die Fläche regelmäßig fluten, um die Drainagefähigkeit der Poren zu erhalten.
Fazit: Die goldene Regel
Haben Sie einen versiegelten Boden ohne Abfluss, greifen Sie zu wasserundurchlässigen EVA- oder Vollgummimatten. Haben Sie einen offenen, saugfähigen Untergrund oder ein perfektes Gefälle, sind wasserdurchlässige Komfortmatten eine hervorragende, trockene Lösung.
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