Ganzjährig nutzbare, sichere Paddocks sind ein zentraler Bestandteil artgerechter Pferdehaltung.
Sie bieten Bewegungsfreiheit, fördern das Sozialverhalten und sorgen dafür, dass Pferde auch bei schlechtem Wetter oder im Winter ausreichend beschäftigt sind. Damit sowohl Pferd als auch Halter von der Anlage profitieren, sollten Planung, Bau und Pflege Hand in Hand gehen. Ein gut geplanter Paddock ist nicht nur eine Auslauffläche, sondern ein Lebensraum, der die Gesundheit der Hufe, der Atemwege und des Bewegungsapparates maßgeblich beeinflusst.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die fachgerechte Planung, die verschiedenen Bauweisen (vom klassischen Unterbau bis zur modernen Lösung ohne Erdarbeiten) und wie Sie eine matschfreie Zone schaffen, die Jahrzehnte hält.

Die wichtigsten Kriterien für einen sicheren Paddock

Ein funktionaler Paddock muss weit mehr leisten, als nur „trocken“ zu sein. Er ist die Visitenkarte eines gut geführten Stalls und muss folgende Anforderungen erfüllen:

  • Trittsicherheit und Rutschfestigkeit: Besonders bei Nässe oder Frost darf der Untergrund keine Gefahr darstellen. Ein rutschiger Boden führt zu Verspannungen oder schweren Verletzungen an Sehnen und Bändern.
  • Drainage: Wasser muss gut ablaufen, damit keine Pfützen oder matschigen Flächen entstehen. Stehendes Wasser weicht das Hufhorn auf und begünstigt Strahlfäule.
  • Elastizität: Der Boden sollte Gelenke und Sehnen schonen – weder zu hart wie Beton noch zu weich wie tiefer Triebsand. Die richtige Tretschicht simuliert den natürlichen Federungseffekt von gewachsenem Boden.
  • Pflegeleichtigkeit: Eine einfach zu reinigende Fläche spart langfristig Zeit, Arbeit und Geld. Je weniger Sand sich mit Mist vermischt, desto effizienter ist die tägliche Routine.

Planung und Größe: Je großzügiger, desto besser

Für die Planung von Paddocks bieten die Leitlinien zur Pferdehaltung unter Tierschutzgesichtspunkten eine wertvolle Orientierung. Laut TVT-Positionsblatt sollte die Mindestfläche für zwei Pferde 150 m² betragen, jedes weitere Tier benötigt zusätzlich 40 bis 80 m² – je nach Größe des Tieres.

Je größer die Fläche, desto mehr Bewegungsfreiheit bieten Sie Ihren Tieren – idealerweise genug für einen Galopp. Bei der Planung sollten Sie jedoch nicht nur die reine Fläche im Kopf haben. Auch die Form spielt eine Rolle: Langgestreckte Paddocks animieren eher zum Laufen als quadratische Flächen. Bereits in der Planungsphase sollten Standort, Gefälle und die baurechtlichen Vorgaben gründlich geprüft werden.

Standort und Umweltschutz

Achten Sie darauf, dass der Paddock nicht in Senken liegt, in denen sich das Oberflächenwasser der gesamten Umgebung sammelt. Zudem ist der Gewässerschutz wichtig: Ein fachgerecht befestigter Paddock verhindert, dass Nährstoffe aus dem Pferdemist ungefiltert ins Grundwasser gelangen – ein häufiges Argument bei Genehmigungsverfahren.

Checkliste vor dem Bau: Nichts dem Zufall überlassen

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Größe und Lage der Fläche: Berücksichtigung von Laufwegen und Schattenplätzen.

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Notwendige Genehmigungen: In vielen Bundesländern ist eine Paddockbefestigung (Versiegelung oder Teilversiegelung) genehmigungspflichtig. Fragen Sie rechtzeitig beim Bauamt an.

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Nutzungskonzepte: Planen Sie Futterstellen (Heuraufen), Ruhebereiche und Tränken so ein, dass die Pferde zur Bewegung animiert werden (Paddock-Paradise-Prinzip).

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Gefälle, Unterbau, Drainage und Bodenbelag: Ein Gefälle von 1–2 % ist ideal, um Oberflächenwasser gezielt abzuleiten.

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Pflege- und Instandhaltungsplan: Wer mistet wie oft? Kann die Fläche maschinell befahren werden?

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Material- und Arbeitskosten: Kalkulieren Sie nicht nur das Gitter, sondern auch Schotter, Splitt und Tretschichtsand ein.

Böden und Befestigung: Die Basis für gesunde Hufe

Ein stabiler, trittsicherer Boden ist entscheidend für die Pferdegesundheit. Wir empfehlen grundsätzlich einen durchdachten Schichtaufbau, um die Vermischung von Erdboden und Tretschicht dauerhaft zu verhindern.

Der klassische Schichtaufbau:

  1. Trag- und Drainageschicht: Besteht meist aus grobem Schotter oder Kies. Sie trägt die Last und leitet Wasser in die Tiefe ab.
  2. Trennschicht: Hier kommen Bodengitter (z. B. ProGrid) zum Einsatz. Sie verhindern, dass die Tretschicht im Schotter versinkt oder Schottersteine nach oben wandern.
  3. Oberschicht (Tretschicht): Sand oder Quarzsand. Achten Sie auf rundkörnigen, gewaschenen Sand. Scharfkantiger Sand wirkt wie Schmirgelpapier auf die Hufe, während ungewaschener Sand schnell verdichtet und die Drainage verstopft.

Die Qual der Wahl: Drei Wege zum perfekten Paddock

Je nach Gelände, Budget und rechtlichen Möglichkeiten gibt es drei Hauptwege, einen Paddock zu befestigen:

1. Der Obenaufbau (Die schnelle Lösung)

Einen Obenaufbau bilden Sie mit einem Trennvlies direkt auf dem begradigten Boden, darauf folgen ca. 10 cm Schotter und 2–3 cm Splitt als Ausgleichsschicht, bevor die Paddockgitter verlegt werden.

Vorteile: Sofort befahrbar, geringe Erdarbeiten, kurze Bauzeit, gute Wasserführung, geringere Kosten.

Eignung: Ideal für gepachtete Flächen oder bei festem Untergrund.

Ridcon-ProGrid-30-Anwendung-3

2. Der Unteneinbau (Die Profilösung)

Hier erfolgt ein tiefer Erdaushub (Kofferung) und danach ein stabiler Aufbau mit ca. 20 cm Schotter und 2–3 cm Splitt.

Vorteile: Extrem belastbar, ebenerdige Integration ins Gelände.

Herausforderungen: „Badewanneneffekt“ bei Lehmböden (Drainagerohr nötig), große Erdarbeiten und höhere Kosten.

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3. Der Einbau ohne Unterbau: Das Ridcon Spider Grid

Eine revolutionäre Lösung für alle, die keine Erdarbeiten durchführen dürfen oder wollen, ist das Spider Grid. Dieses Gitter ist speziell für die Direktverlegung auf dem vorhandenen Naturboden (Wiese oder ebener Erdboden) konzipiert.

Funktionsweise: Das Spider Grid verfügt über eine extrem breite Auflagefläche und ein spezielles Design, das den Druck optimal verteilt. Es „schwimmt“ förmlich auf dem Boden und verhindert das Einsinken der Hufe, ohne dass Schotter oder Kies benötigt werden.

Vorteile: Enorme Kostenersparnis: Die Kosten für Bagger, Schotter und Abtransport des Erdaushubs entfallen komplett.

Rückbaubar: Ideal für Pachtland – das Gitter kann bei einem Stallwechsel einfach wieder aufgenommen werden.

Eignung: Bestehende Paddocks, die lediglich matschfrei gemacht werden sollen, oder temporäre Ausläufe.

Paddock mit ProGrid SG40 Spider

Pflege und Instandhaltung: So bleibt Ihr Paddock wie neu

Regelmäßige Pflege sorgt dafür, dass der Paddock trittsicher und hygienisch bleibt. Ein vernachlässigter Paddock verliert schnell seine Drainagefunktion.

  • Tägliches Abmisten: Dies ist das wichtigste Gebot. Mist zersetzt sich zu Humus, der die Zwischenräume im Sand oder Gitter verstopft und wie ein Schwamm wirkt.
  • Ausgleichen von Mulden: Durch Harken oder gezielten Sandauftrag verhindern Sie, dass sich in stark beanspruchten Bereichen Senken bilden.
  • Nachfüllen von Sand: Sand verflüchtigt sich mit der Zeit. Halten Sie die Überdeckung der Gitter immer bei ca. 2–5 cm, um das Material vor UV-Licht und direkter Abnutzung zu schützen.
  • Kontrolle der Drainage: Überprüfen Sie nach Starkregen, ob das Wasser wie geplant abfließt oder ob Schlamm von angrenzenden Flächen die Drainage blockiert.

Fazit: Qualität zahlt sich aus

Ein gut geplanter Paddock ist eine Investition in die Gesundheit Ihres Pferdes und in Ihre eigene Lebensqualität. Wer einmal den Komfort eines matschfreien Winters erlebt hat, möchte das System nicht mehr missen. Ob klassischer Unteneinbau oder die innovative Verlegung ohne Unterbau mit dem Spider Grid – mit den richtigen Systemen von Ridcon schaffen Sie eine Grundlage, die den Stallalltag für Mensch und Tier nachhaltig verbessert.

Besuchen Sie unseren Shop unter shop.ridcon.de und finden Sie die passenden Komponenten für Ihr Paddock-Projekt!

Paddockbau – Schritt für Schritt

Anlegen der Lage

Vier Gitter sind bereits ab Werk zu einer Lage vorgesteckt.

Verlegen

Die Lage auf den Boden legen.

Eindrücken

Das Verbundsystem mit dem Fuß eindrücken.

Festrütteln

Mit einer großen Rüttelplatte festrütteln (empfohlenes Gewicht: > 250 kg).

Verfüllen

Mit gewaschenem Sand verfüllen – mindestens 2–3 cm überdecken.

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