Extrem trockene Sommer und dürftige Ernten stellen Pferdebesitzer und Reiterhöfe vor große Herausforderungen. Wenn die Heupreise steigen und die Vorräte knapp werden, zählt jeder Halm. Doch wie füttert man so, dass kein Heu verschwendet wird, während das Pferd gesund und beschäftigt bleibt?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie durch das richtige Fütterungsmanagement wertvolles Raufutter sparen und welche Systeme für Ihren Stall am besten geeignet sind.
1. Das Ziel: Verlustfreie Fütterung
Das größte Problem bei der Bodenfütterung ohne Begrenzung ist der Verlust. Heu, das in die Einstreu getreten oder mit Mist vermischt wird, ist für das Pferd ungenießbar und landet teuer bezahlt auf dem Misthaufen.
Die Lösung: Das Heu muss so gesichert werden, dass es:
- Nicht untergetreten wird.
- Nicht durch Wind verweht wird (besonders im Offenstall).
- Sauber von Schmutz und Staub bleibt.
2. Heunetze und Raufen: Die Sparhelfer im Check
Heunetze und Raufen sind die effektivsten Werkzeuge, um Heu rationiert und sauber anzubieten.
Heunetze: Maximale Beschäftigung
Heunetze zwingen das Pferd, Halm für Halm herauszuziehen. Das verlängert die Fresszeiten massiv – ideal für leichtfuttrige Pferde.
Vorteil: Enorme Ersparnis, da kaum Heu auf den Boden fällt.
Vorsicht bei Eisen: Bei Pferden mit Hufeisen ist besondere Vorsicht geboten. Netze dürfen nicht zu tief hängen, damit das Pferd nicht hängenbleibt.
Maschenweite: Wählen Sie die Maschenweite so, dass das Pferd zwar arbeiten muss, aber nicht frustriert wird.

Heuraufen: Die natürliche Alternative
Raufen ermöglichen oft eine ergonomischere Fresshaltung (Kopf nach unten) als hoch hängende Netze.
Tipp: Nutzen Sie Raufen mit einem Heunetz-Einsatz oder einem Fressgitter. So kombinieren Sie die natürliche Haltung mit der verlängerten Fressdauer.

3. Individuelle Fütterung: Keine Patentlösung
Jedes Pferd frisst anders. Achten Sie auf die individuellen Bedürfnisse:
- Leichtfuttrige Pferde: Hier steht die Zeitstreckung im Vordergrund. Engmaschige Netze verhindern, dass das Pferd zu schnell zu viel Energie aufnimmt.
- Schwerfuttrige Pferde / Senioren: Diese Pferde dürfen nicht durch zu enge Netze frustriert werden. Wenn das Fressen zu anstrengend wird, verlieren sie die Lust, was zu Gewichtsverlust führen kann. Hier sind weite Fressöffnungen oder offene Raufen besser.
- Zahnprobleme: Pferde mit schlechten Zähnen haben Schwierigkeiten, Heu aus Netzen zu zupfen. Hier sollte das Heu lose in einer bodennahen Raufe angeboten werden.
4. Bodenbefestigung an der Futterstelle
Ein oft vergessener Aspekt beim Heu-Sparen ist der Untergrund. Wenn die Pferde rund um die Heuraufe im Matsch stehen, wird auch das aus der Raufe fallende Heu sofort unbrauchbar.
Ridcon-Tipp: Befestigen Sie den Bereich um die Heuraufe großflächig mit Paddockgittern und/oder Matten. Fällt doch einmal ein Halm daneben, bleibt er auf dem trockenen Sand oder den Matten sauber und wird vom Pferd noch gefressen.

Fazit: Heu schützen heißt Geld sparen
In Zeiten knapper Ressourcen ist eine intelligente Fütterung der Schlüssel. Durch den Einsatz von Netzen und Raufen unterstützen Sie den natürlichen Fress-Rhythmus Ihres Pferdes, verhindern Langeweile und reduzieren Ihren Heuverbrauch spürbar.