In der modernen Pferdehaltung suchen wir nach Wegen, den Stallalltag effizienter zu gestalten, ohne beim Tierwohl Abstriche zu machen. EVA-Matten (Ethylenvinylacetat) haben sich hier als eine der beliebtesten Lösungen für den Boxenbereich etabliert. Sie sind das „Leichtgewicht“ unter den Stallmatten und bieten eine Dämpfung, die kaum ein anderes Material erreicht.

Doch EVA ist nicht gleich EVA – die richtige Materialmischung entscheidet über den Erfolg in Ihrem Stall.

Technischer Steckbrief

  • Material: Hochverdichteter EVA-Schaumstoff (spezielle Bodenmischung).
  • Verbindung: Puzzleverbund
  • Eigenschaft: Urinresistent, isolierend, stoßdämpfend.
  • Einsatz: Nur für den Innenbereich (Box/Anhänger) geeignet.

1. Was ist EVA und welche Vorteile bietet es?

EVA ist ein geschlossenzelliger Schaumstoff, der extrem elastisch und gleichzeitig formstabil ist. Im Gegensatz zu schweren Gummigranulat-Matten haben EVA-Matten ganz spezifische Stärken:

Extreme Stoßdämpfung: EVA wirkt wie ein hocheffektives Polster. Es schont Gelenke, Sehnen und Bänder bei jedem Schritt und beim Hinlegen.

Hervorragende Wärmedämmung: Das Material speichert keine Kälte, sondern isoliert perfekt gegen den Betonboden – ein Schutz vor Muskelverspannungen.

Federleichtes Handling: Dank des geringen Gewichts lassen sich die Matten leicht verlegen und für die Grundreinigung unkompliziert wieder aufnehmen.

Wasserdichtes Material: Das EVA-Material selbst nimmt keine Feuchtigkeit auf. Urin und Ammoniak können nicht in die Matte einziehen, was die Hygiene im Stall massiv verbessert.

2. Einsatzbereiche: Boden ist nicht gleich Wand!

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass jede EVA-Matte für alles genutzt werden kann. Bei Ridcon unterscheiden wir strikt zwischen Boden- und Wandlösungen:

EVA-Boxenmatten (Boden)

Diese verfügen über eine spezielle, hochverdichtete Materialmischung. Nur diese Mischung ist robust genug, um dem Gewicht des Pferdes und dem Druck der Hufe standzuhalten.

EVA-Schlagschutz (Wand)

Diese Matten sind weicher und auf maximale Energieabsorption beim Tritt gegen die Wand optimiert.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Wandmatten dürfen niemals als Bodenlösung eingesetzt werden! Sie sind nicht für die mechanische Trittbelastung ausgelegt und würden unter dem Pferdehuf innerhalb kürzester Zeit zerstört werden.

3. Voraussetzungen für die Verlegung & Hygiene-Fakten

Die Verlegung ist dank des präzisen Puzzlesystems einfach, doch zwei Punkte müssen beachtet werden:

Ebener Untergrund: Nur auf ebenem Boden (Beton, Steinplatten) greifen die Puzzleverbindungen sauber ineinander.

Thema Wasserdichtigkeit: Während das EVA-Material zu 100 % wasserdicht ist, ist das verlegte System durch die Puzzlenähte nicht flüssigkeitsdicht. Urin kann durch die Fugen unter die Matten sickern.

Die Lösung: Wir empfehlen eine dünne Schicht Einstreu (Späne/Stroh), um Urin an der Oberfläche zu binden, sowie eine jährliche Grundreinigung, bei der die Matten aufgenommen und der Boden darunter gespült wird.

4. Haltbarkeit und beschlagene Pferde

Da EVA ein weicheres Material als Vollgummi ist, gilt für die Haltbarkeit:

Barhufpferde: Profitieren von einer extrem langen Lebensdauer der Matten.

Beschlagene Pferde: Können EVA-Bodenmatten nutzen, aber Eisen (besonders mit Stollen oder Stiften) sowie starkes Scharrverhalten erhöhen den mechanischen Abrieb. Eine ausreichende Einstreuschicht als „Pufferschicht“ ist hier dringend ratsam.

5. Reinigung und Stallhygiene

Täglich: Einfaches Abmisten der Oberfläche. Da das Material nichts aufsaugt, bleibt die Hygiene an der Oberfläche hoch.

Grundreinigung: Da die Matten so leicht sind, können sie 1–2 Mal im Jahr problemlos von einer Person aus der Box genommen und mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden.

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