Viele Pferdebesitzer kennen das Problem: Der Paddock ist zwar mit Beton oder Pflastersteinen befestigt und somit matschfrei, doch bei Nässe, Frost oder schon durch eine leichte Schmierschicht aus Staub und Feuchtigkeit verwandelt sich die Fläche in eine gefährliche Rutschbahn. Besonders für beschlagene Pferde wird der Gang zum Heu oder Wasser dann zum riskanten Balanceakt.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie glatte Böden entschärfen und welche Matte für welchen Untergrund die richtige Wahl ist.
Die Voraussetzung: Was Ihr Boden leisten muss
Bevor Sie sich für eine Matte entscheiden, müssen wir den Ist-Zustand Ihres Paddocks prüfen. Jedes Mattensystem funktioniert nur so gut wie der Untergrund, auf dem es liegt.
1. Bei Beton- und Pflasterböden: Das Gefälle zählt
Auf versiegelten Flächen ist stehendes Wasser der größte Feind der Hygiene.
Die Regel: Der Untergrund sollte über ein Gefälle von ca. 1–1,5 % verfügen.
Warum? Flüssigkeiten wie Regen oder Urin müssen unter den Matten ablaufen können. Sammelt sich dort stehende Nässe, kann es zu Geruchsbildung kommen und die Haltbarkeit des Materials beeinträchtigen.
2. Bei Paddockgittern: Die korrekte Verfüllung
Ist Ihr Paddock bereits mit Gittern befestigt, ist die Fläche in der Regel wasserdurchlässig.
Wichtig: Bevor Sie Matten auflegen, müssen die Waben der Gitter bündig mit Splitt oder Kies verfüllt sein. Nur eine ebene, verfüllte Fläche bietet die nötige Stabilität für die anschließende Mattenverlegung.
Welche Matte für welchen Untergrund
Nicht jede Matte passt auf jeden Boden. Die Wahl der Materialstärke entscheidet darüber, ob die Fläche stabil liegen bleibt.
Befestigte Untergründe (Beton, Pflaster, Rasengittersteine)
Hier benötigen Sie keine extrem dicken Matten, da der Boden bereits tragfähig ist.
Unsere Empfehlung: Gummi-Quadratmatten in 2 cm oder 2,5 cm Stärke – Der Klassiker für Beton & Pflaster.
Der feine Unterschied: Die 2 cm Variante hat eine glatte Unterseite. Die 2,5 cm Variante verfügt über integrierte Drainagekanäle an der Unterseite – ideal, um Wasser auf Betonflächen noch schneller zum Abfluss zu leiten.
Vorteil: Durch die Puzzleverbindung halten die Matten sicher zusammen. Wenn Sie die passenden Seiten- und Eckteile verwenden, benötigen diese Matten sogar keine seitliche Einfassung.
Alternative: T-Stein-Matten (Pflasteroptik). Diese sind optisch sehr ansprechend, benötigen aber zwingend eine seitliche Einfassung, um ein Auseinanderrutschen zu verhindern.
Mineralische Untergründe & Paddockgitter (Mutterboden, Splitt)
Auf unbefestigten oder teilbefestigten Böden ist mehr Materialmasse nötig, um Unebenheiten auszugleichen und stabil zu liegen.
Unsere Empfehlung: Komfortmatten oder ToughMats in 4 cm Stärke – Die Kraftpakete für mineralische Böden.
Verlegung auf Splitt: Der Untergrund wird geebnet und mit einer ca. 2–3 cm hohen Splittschicht versehen. In dieses Bett werden die 4 cm Matten direkt verlegt.
Verlegung auf Gittern: Wichtig! Eine vorhandene Sandschicht muss abgetragen werden, da Sand nicht tragfähig ist. Verfüllen Sie die Gitter stattdessen bündig mit Splitt oder Kies und legen Sie erst dann die Matten auf.
Sicherheit & Haltbarkeit: Einfassung und Belastung
Damit Ihr neuer Boden sicher bleibt, beachten Sie bitte die Verlege-Hinweise:
Einfassung: Während Quadratmatten oft ohne Rand auskommen, empfehlen wir bei Komfortmatten eine Einfassung an zwei gegenüberliegenden Seiten. Unsere ToughMats sollten aus Sicherheitsgründen an allen vier Seiten eingefasst werden, da sie über keine Steckverbindung verfügen.
Befahrbarkeit: Alle genannten Matten sind aus robustem Gummigranulat gefertigt und maschinell befahrbar. Vermeiden Sie jedoch Lenkbewegungen im Stand oder häufiges Rangieren auf der Stelle, um den Abrieb zu minimieren.
Beschlagene Pferde: Die Matten sind für Eisenpferde geeignet. Beachten Sie jedoch, dass Pferde, die extrem scharren, die Oberfläche mit der Zeit aufrauen oder beschädigen können.
Pflege-Tipp: So bleibt der Paddock sauber
Die Reinigung ist denkbar einfach: Die Matten sind wasserdurchlässig und pflegeleicht. Ein Besen für den groben Schmutz oder ein Hochdruckreiniger für die Grundreinigung genügen völlig.
Winter-Sicherheit: Sollte es bei extremem Wetter glatt werden, können Sie unsere Matten bedenkenlos mit Streusalz, Taumitteln, Spänen oder Splitt behandeln. Das Material ist widerstandsfähig gegen chemische und mechanische Einflüsse.
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