Die kalte Jahreszeit stellt Reitstallbesitzer und Pferdesportler jedes Jahr vor dieselbe Herausforderung: Paddock, Reitplatz und Reithalle müssen trotz sinkender Temperaturen sicher und bereitbar bleiben. Wer kennt das nicht? Gestern bei Plusgraden war der Reitplatz noch gut bereitbar. Leider sind jetzt über Nacht die tiefen Huftritte und Löcher vom Vortag gefroren.

Diese gefrorenen Unebenheiten stellen nicht nur gefährliche Stolperfallen für die Pferde dar, sondern können auch zu schweren Verletzungen an Sehnen, Bändern und Hufgelenken führen. Ein gefrorener Boden ist hart wie Beton und bietet keinerlei Stoßdämpfung mehr. Damit Sie und Ihre Pferde stressfrei durch die Frostperioden kommen, haben wir die wichtigsten Strategien und Produkte für Sie zusammengefasst.

Warum Frost den Reitplatzbau vor Herausforderungen stellt

Die Tretschicht eines Reitplatzes besteht in der Regel aus Sand, oft gemischt mit Zuschlagstoffen. Sand speichert Feuchtigkeit. Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, dehnen sich die Wassermoleküle zwischen den Sandkörnern aus und verbinden sie zu einer massiven, harten Platte. Ist der Boden dann noch uneben, frieren diese „Krater“ fest – das Reiten wird unmöglich.

Mit den richtigen Vorkehrungen lässt sich die Nutzbarkeit Ihrer Anlage jedoch deutlich verlängern. Hier sind unsere 3 Profi-Tipps für Reitplatz, Reithalle und Paddocks.

1. Tretschicht und Sandauflage vorsorglich ebnen

Frost steht vor der Tür? Dann ist Schnelligkeit gefragt. Einer der effektivsten Tipps ist zugleich der einfachste: Ziehen Sie Ihren Reitplatz und die Reithalle ab, solange der Boden noch nicht gefroren ist.

Warum ist das so wichtig?

Auf einer ebenen Tretschicht lässt sich im Zweifelsfall immer noch leicht reiten oder das Pferd kontrolliert bewegen. Wenn die Fläche jedoch im „zerlöcherten“ Zustand gefriert, entsteht eine gefährliche Kraterlandschaft. Die harten Kanten können die Hufsohle schädigen und das Umknicken begünstigen.

Ridcon-Expertenrat: Nutzen Sie einen Bahnplaner, um die Oberfläche komplett zu glätten. Eine verdichtete, ebene Oberfläche lässt zudem Regenwasser besser oberflächlich abfließen, bevor es in die Schicht einsickert und dort gefriert.

2. Sandmanagement für Paddocks & Wege

Bei Paddocks und Wegen, die mit unseren ProGrid-Bodengittern befestigt sind, ist die Sandauflage in der Regel sehr gering. Ein großer Vorteil dieses Systems: Da die Gitter den Untergrund stabilisieren, können keine tiefen Löcher entstehen. Dennoch gibt es im Winter zwei Punkte zu beachten:

Sandauflage prüfen: Achten Sie darauf, dass eine ca. 2 cm hohe Sandauflage auf den Flächen ist. Diese Schicht dient als Puffer und verhindert, dass das Pferd direkt auf dem (bei Frost ebenfalls harten) Kunststoffgitter steht.

Streugut bereithalten: Sie sollten immer etwas Sand zum Streuen vorrätig haben. Sollte die Fläche durch überfrierende Nässe oder Eisregen spiegelglatt werden, ist Sand das sicherste Mittel, um sofort wieder Grip zu erzeugen.

3. Magnesiumchlorid: Der Geheimfaktor gegen Eis und Staub

Wenn die Temperaturen weit unter den Nullpunkt sinken, reicht mechanisches Ebnen oft nicht mehr aus. Hier kommt Magnesiumchlorid (MgCl₂) ins Spiel. Es ist das Mittel der Wahl im professionellen Reitplatzbau.

Die Anwendung

Magnesiumchlorid kann den Gefrierpunkt der Tretschicht auf bis zu -10° Celsius senken. Damit es optimal wirkt, sollte es bereits vor dem Frost ausgebracht werden. Bei Tretschichten empfiehlt es sich, das Salz leicht einzuarbeiten, damit es bis in die unteren Regionen der Sandschicht gelangt.

Dosierung: Bei Reithallen und Reitplätzen empfiehlt sich eine Menge von ca. 0,5 kg pro Quadratmeter.

Außenbereich: Wichtig zu wissen ist, dass Magnesiumchlorid im Außenbereich durch Regen nach und nach ausgewaschen wird. Ein regelmäßiges Nachstreuen kann hier erforderlich sein.

Innenbereich: In der Reithalle ist das Auswaschen kein Thema, wodurch die Wirkung über die gesamte Wintersaison erhalten bleibt.

In Kombination mit ProGrid-Gittern oder unseren Gummimatten ist der Einsatz von MgCl₂ uneingeschränkt möglich, da die Materialien resistent gegen die Salzlösung sind.

Magnesiumchlorid vs. Natriumchlorid: Warum die Wahl entscheidend ist

Viele Stallbesitzer greifen aus Kostengründen zu herkömmlichem Streusalz (Natriumchlorid/NaCl). Doch für den Reitplatz ist dies meist die schlechtere Wahl.

Warum Magnesiumchlorid (MgCl₂) überlegen ist:

Stärkere Hygroskopie: MgCl₂ ist extrem wasseranziehend. Es zieht Feuchtigkeit aus der Luft und bildet stabile Hydrate. Das hält den Boden selbst bei niedriger Luftfeuchtigkeit geschmeidig. NaCl hingegen wirkt erst bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und kann den Boden bei trockener Kälte sogar zusätzlich austrocknen.

Bessere Wintertauglichkeit: MgCl₂ senkt den Gefrierpunkt deutlich effektiver als herkömmliches Kochsalz. Der Boden bleibt bei tieferen Temperaturen elastisch.

Schutz der Bodenstruktur: Natrium kann dazu führen, dass Ton- und Schluffpartikel im Sand zerstreuen. Dies führt zur Verschlämmung des Reitplatzes („Versodden“). Magnesium ist hier deutlich materialschonender und wirkt zudem als Pflanzennährstoff (auch wenn der Eintrag ins Oberflächenwasser immer kontrolliert erfolgen sollte).

Pferdegesundheit & Staubbindung: Durch die nachhaltige Feuchthaltung entsteht deutlich weniger Feinstaub. Das schont die Atemwege, Augen und Schleimhäute von Pferd und Reiter – ein unschätzbarer Vorteil in geschlossenen Reithallen.

Nachdosierung: Da MgCl₂ die Feuchtigkeit länger bindet, muss es seltener nachgemischt werden als Natriumchlorid.

Wichtige Pflegehinweise beim Einsatz von Salzen

Obwohl Magnesiumchlorid als unbedenklich für Pferd und Reiter gilt, gibt es einige Punkte zur Werterhaltung der Anlage zu beachten:

Korrosionsschutz: Alle Salze sind in gewissem Maße korrosiv. Metallteile an der Reithalle, Bahnumrandungen oder landwirtschaftliche Geräte sollten nach Kontakt gereinigt werden.

Hufpflege: Wie bei jedem Kontakt mit Streusalz (z.B. auf Straßen) empfiehlt es sich, die Hufe der Pferde nach der Arbeit kurz zu kontrollieren oder abzuspülen, um Hautreizungen in der Fesselbeuge bei empfindlichen Pferden vorzubeugen.

Vorteile des Magnesiumchlorids auf einen Blick

Zuverlässigkeit: Verhindert das Gefrieren bis ca. –10°C.

Staubbindung: Hält die Tretschicht feucht und bindet Feinstaub.

Langlebigkeit: Wirkt langfristig durch starke wasseranziehende Eigenschaften.

Einfachheit: Kann per Hand oder Düngerstreuer leicht verteilt werden.

Sicherheit: Erhöht die Trittsicherheit und minimiert das Verletzungsrisiko durch gefrorene Böden.

Fazit: Gut vorbereitet durch den Winter

Ein frostfreier Reitplatz ist kein Zufall, sondern das Ergebnis richtiger Planung und Pflege. Durch das rechtzeitige Ebnen der Flächen, das Bereitstellen von Streusand auf befestigten Paddocks und den gezielten Einsatz von Magnesiumchlorid schaffen Sie eine sichere Trainingsumgebung für das ganze Jahr.

In Kombination mit den bodenfestigenden Systemen von Ridcon, wie unseren ProGrid-Gittern, investieren Sie in eine Anlage, die nicht nur matschfrei, sondern auch wintersicher ist.

Besuchen Sie unseren Shop unter shop.ridcon.de und sichern Sie sich Ihren Vorrat an Magnesiumchlorid und weiterem Zubehör für den Winterbau!

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