Ein Paddock- oder Reitplatzgitter ist nur so gut wie das Material, mit dem es verfüllt wird. Die Füllung übernimmt zwei überlebenswichtige Aufgaben: Sie verleiht dem Gitter die nötige Lage-Stabilität und garantiert die Dauerhaftigkeit der Drainage.
Wer hier am falschen Ende spart oder ungeeignetes Material verwendet, riskiert, dass die Gitter brechen, sich aufwölben oder die Fläche im wahrsten Sinne des Wortes „absäuft“.
1. Warum ist die Verfüllung der Gitter so wichtig?
Paddockplatten wie das Ridcon RG40 oder das SG40 Spider sind so konstruiert, dass sie Belastungen flächig verteilen. Doch ohne Füllung sind die Stege des Gitters schutzlos:
Stabilität: Erst das Füllmaterial im Inneren der Waben verhindert, dass sich das Gitter bei Belastung verformt oder bei Hitze und Kälte zu stark arbeitet.
Grip: Ein verfülltes Gitter bietet dem Pferdehuf den nötigen Widerstand. Leere Gitterkammern sind bei Nässe spiegelglatt.
Schutz: Das Füllmaterial schützt die Kunststoffkanten vor UV-Strahlung und dem direkten Abrieb durch Hufeisen.
2. Welche Materialien eignen sich für die Verfüllung?
Je nach Einsatzbereich kommen unterschiedliche Materialien infrage. Die goldene Regel lautet: Verwenden Sie niemals Material mit Nullanteilen (Lehm/Schlamm) zur Verfüllung!
Gewaschener Sand (Körnung 0/1 mm oder 0/2 mm)
Ideal für Paddockflächen und Reitplätze.
Warum gewaschen? Durch das Waschen werden Feinanteile (Schlämmstoffe) entfernt. So bleibt der Sand wasserdurchlässig und verdichtet sich nicht zu einer harten, wasserundurchlässigen Schicht.
Vorteil: Sehr angenehm für die Hufe und leicht in die Waben einzufegen.
Die Gitter, welche für Paddocks verbaut werden, werden meist nur mit Sand verfüllt. Viele Paddocks werden ohne hohe Sandauflage, das heißt ohne extra Tretschicht aus Sand, angelegt. Würde man hier die Gitter mit Splitt oder Kies verfüllen, könnten sich die Pferde daran verletzen. Deshalb wird hier in der Regel auf die Verfüllung mit Sand zurückgegriffen. Alle Paddockgitter sollten mit einer dauerhaften Sandüberdeckung von mind. 3 cm Sand versehen werden.
Splitt (Körnung 2/5 mm oder 2/8 mm)
Hervorragend geeignet für Parkplätze, Zuwege oder Unterbauten im Minimalaufbau.
Vorteil: Splitt verkantet sich in den Waben und bietet eine extrem hohe Standfestigkeit.
Hinweis: Für Barhufpferde in der Tretschicht oft zu scharfkantig – hier sollte Splitt nur in der Füllung der Gitter und nicht als Deckschicht verwendet werden.
Reitplatzgitter, die mit einer Tretschicht von mind. 7-8 cm verwendet werden, werden in der Regel mit Splitt oder Kies verfüllt. Durch die Verfüllung der Waben mit Splitt oder Kies der Körnung 2/5 oder 2/8 mm oder gleichwertig ergibt sich durch die Kapillarwirkung eine gute Wasserdurchlässigkeit. Wasser, das sich z.B. nach einem Schauer auf dem Reitzplatz ansammelt, kann gut nach unten ablaufen. So ist der Reitplatz auch nach heftigen Niederschlägen schnell wieder bereitbar.
3. Die Tretschicht: Mehr als nur „Sand oben drauf“
Über dem verfüllten Gitter wird in der Regel eine Tretschicht (Überdeckung) aufgebracht. Hier entscheiden Sie über die Qualität der Nutzung:
Paddock: Hier reicht oft eine Überdeckung von 3–5 cm. Der Sand schützt das Gitter und sorgt für ein natürliches Laufgefühl.
Reitplatz: Hier kommen spezielle Reitsande zum Einsatz (z. B. Quarzsand). Die Schichthöhe liegt hier meist bei 8–10 cm, um die nötige Elastizität und Scherfestigkeit für das Training zu bieten.
4. Die „Sand-Falle“: Warum Sand allein kein Allheilmittel ist
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass man Gitter direkt in tiefen Sand legen kann.
Experten-Hinweis: Sand besitzt keine ausreichende Tragfähigkeit für schwere Lasten. Wenn Gitter ohne Unterbau in reinen Sand gelegt werden, können sie unter der Belastung eines galoppierenden Pferdes „schwimmen“ oder wandern. Achten Sie darauf, dass der Untergrund unter der Platte (auch bei der Direktverlegung) stets plan und verdichtet ist.
5. Mengenberechnung: Wie viel Material brauchen Sie?
Um böse Überraschungen bei der Lieferung zu vermeiden, nutzen Sie diese Faustformel für ein 40 mm hohes Gitter:
Für die Verfüllung der Gitter: Sie benötigen ca. 0,04 m³ Material pro Quadratmeter.
Für die Tretschicht (5 cm): Sie benötigen zusätzlich ca. 0,05 m³ Sand pro Quadratmeter.
Beispiel für 100 m² Paddock
100 m² x 0,09 m (Gesamthöhe) = 9 m³ Gesamtsandmenge (ca. 14–15 Tonnen).
Ridcon Material-Profi-Rechner
Schotter & Splitt: 1,7 to/m³ | Sand-Füllung: 1,5 to/m³
Tretschicht: --
Die angegebenen Gewichte und Maße sind als Anhaltspunkte zu verstehen. Abweichungen sind möglich.
Grundsätzlich ist folgende Verlegereihenfolge zu beachten
Vorbereitung des Untergrunds (Unterbau aus Schotter/Splitt, Begradigung der Fläche etc.)
Ausbringung einer dünnen Splittschicht, auf der die Gitter aufliegen (Splitt max. 3 cm hoch)
Gitter direkt auf die Splittschicht verlegen
Gitter mit einer mittelschweren Rüttelplatte verrütteln
Verfüllen der Gitter mit Sand oder Splitt/Kies
Aufbringen einer Tretschicht
Fazit: Qualität zahlt sich aus
Sparen Sie nicht beim Füllmaterial. Ein hochwertiger, gewaschener Sand kostet in der Anschaffung etwas mehr, sichert Ihnen aber über Jahre hinweg einen trockenen Paddock. Wir von Ridcon beraten Sie gerne, welcher Sand in Ihrer Region für Ihr spezifisches Gitter-System am besten geeignet ist.
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